KUNST SITZT AM FRÜHSTÜCKSTISCH
Kunsthotels sind im Trend. Früher wurden Klassiker der Kunst in Museen streng bewacht und unter Verschluss gehalten, mittlerweile schmücken die bekannten Namen Hotelzimmer. Zeitgenössische Kunst hat eine neue Präsentationsform gefunden und Galeristen neue Kunden. Leinwand-Unikate und Vintage-Fotoprints zieren die Wände, die Eingangshalle oder den Frühstücksbereich in Hotels. Ob geschäftlich oder privat bei einer Unterkunft im Hotel verzichten wir ungern auf eine Portion Luxus und mittlerweile gehört es zum guten Ton auf Kunst gebettet zu übernachten. Hier spart man gleich den kulturellen Ausflug ins Museum, denn in den Design und Kunst Hotels sitzen wir mit dem Kunstwerk im selben Zimmer. Moderne Kunst an den Wänden, auf Sitzen und Teppichen oder Tapeten: wir sollen nicht mehr ohne. Fast jede große Stadt beherbergt mittlerweile mindestens ein namhaftes Kunsthotel. Joseph Beuys, Ottmar Hörl, Seo oder Georg Baselitz – Künstler stellen ein gefragtes USP (Unique Selling Proposition) in der Hotelbranche und bekommen eine gesellschaftlich mit Akzeptanz getragene neue museale Verortung im Travelbusiness.

HOMELAND KUNST IM LOUISE IN BERLIN
Hochwertige Kunst hängt im Hotelzimmer, während im Museum die Arbeiten gut bewacht werden. Ganz schön riskant, bedenkt man, dass heutzutage in Hotels nichts niet- und nagelfest zu sein scheint. Gerne denkt der Gast, dass im Übernachtungspreis der Bademantel, Handtücher oder aber auch der Fernseher enthalten ist. Oft verschwindet das Hotel Inventar im Koffer des Gastes. Mitte Mai diesen Jahres vermeldete die Polizei in Bad Kissingen den Raub zweier Ölgemälde aus dem Hotel am Kurgarten, die aus der Eingangshalle entwendet wurden – allerdings nicht von Hotelgästen. Die Frage ist, wie hoch sitzt die Hemmschwelle bei Reisenden, wenn ihnen der Beuys zum Greifen nah ist?











